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Neue Verordnung zur Entsorgung von Polystyrol (z.B. Styropor)

Um Energie zu sparen und damit unsere Umwelt zu schützen, werden unsere Gebäude seit Jahren in eine Wärmedämmschicht, häufig aus Polystyrol gepackt. Besonders bekannt geworden ist der Dämmstoff unter dem Handelsnamen „Styropor“. Um im Brandfall die Brandausbreitung zu minimieren, wurde dem Dämmstoff bei der Herstellung bis Ende 2014 das Flammschutzmittel HBCD (Hexabromcyclododecan) zugegeben, welches inzwischen als Schadstoff eingestuft wurde. Erst seit Ende 2014 wurde HBCD durch Poly-FR ersetzt.

Polystyrol-Dämmplatte
Polystyrol-Dämmplatte

Seit dem 01.10.2016 sieht die von der EU erlassene POP-Verordnung (POP = persistente organische Schadstoffe) deshalb vor, dass Dämmstoffe, die mehr als 1.000 mg/kg HBCD enthalten, so entsorgt werden müssen, dass der Schadstoff HBCD zerstört wird.

Drohen uns Müllberge und hohe Entsorgungskosten?

Da die überwiegende Anzahl der Haumüllverbrennungsanlagen keine Zulassung zur Entsorgung gefährlicher Abfälle besitzt, wurde die Annahme von HCBD-haltigen Dämmabfällen in den letzten Wochen vielfach verweigert.

Viele Baufirmen, aber auch Stuckateure, die Polystyrol zur Herstellung von Stuckelementen nutzen, befürchten nun, den Müll aus Polystyrol nicht mehr oder nur unter erhöhtem Kostenaufwand loszuwerden.

Erste Bundesländer reagieren

Als erste Bundesländer haben Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen auf die Beschwerden von Handwerkern reagiert und in einem Erlass die Rahmenbedingungen, unter denen Dämmabfälle mit mehr als 1.000 mg/kg HBCD wie bisher durch Müllverbrennungsanlagen entsorgt werden dürfen, geklärt.

"Wir sehen einen pragmatischen Weg, damit das langlebige und für die Umwelt schädliche HBCD aus den früher verwendeten Dämmplatten auch weiterhin in den Müllverbrennungsanlagen im Land verbrannt und somit sicher zerstört werden kann", erklärte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller am 12. Oktober 2016.

Weiterhin geht aus dem Erlass der Umweltministerien Baden-Württembergs und Hessens hervor, dass HBCD-haltige Dämmplatten bis auf weiteres nicht an der Baustelle getrennt werden müssen.

  • Abfälle, die weniger als 0,5 m3 HBCD-haltige Dämmabfälle pro Tonne Gesamtgewicht enthalten, werden lt. Erlass als ungefährlich eingestuft und dürfen wie bisher mit dem Hausmüll entsorgt werden.
  • Abfälle mit mehr als 0,5 m3 HBCD-haltigen Dämmabfällen pro Tonne Gesamtgewicht werden zwar als gefährlich eingestuft. Die Zulassung zur Entsorgung gefährlicher Abfälle kann aber durch Antragstellung seitens der Entsorgungsfirma leicht erworben werden.

Bis zur Erteilung der Genehmigung sollen die Behörden, lt. Aussage des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller, das Verbrennen der als gefährlich eingestuften HBCD-haltigen Abfälle dulden.

"Damit wird sich der Entsorgungsengpass in Bezug auf Polystyrol deutlich entspannen. Nun gilt es, gemeinsam mit Aufbereitungs- und Verbrennungsanlagen eine Lösung für die Entsorgung von Monochargen zu finden", so die hessische Umweltministerin Priska Hinz.

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen geht sogar noch einen Schritt weiter:

  • Abfälle mit bis zu 25 % HBCD-haltiger Dämmabfälle (Sichtkontrolle) gelten als ungefährlich und müssen nicht gesondert entsorgt werden.
  • Nicht HBCD-haltige Dämmabfälle und Polyurethan (PUR) müssen ebensowenig getrennt entsorgt werden.

Stand: 22.11.2016


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